Renaturierung und Umweltbildung als Jahresrhythmus
Der Jahresplan von Nascente Viva folgt einem klaren Prinzip: Renaturierung und kontinuierliche Umweltbildung gehen Hand in Hand. Jedes Jahr wird ein neues Gebiet für Maßnahmen ausgewählt – wie auf der Projektkarte verzeichnet – mit dem Ziel, mindestens 2.500 Bäume zu pflanzen. Jeder einzelne davon ein Beitrag zu Klimaschutz, Artenschutz und zur Wiederherstellung der Biodiversität.
Die Pflanzungen erfolgen unter aktiver Beteiligung der Schülerinnen und Schüler der kooperierenden Schulen – der staatlichen interkulturellen Indigenen Schule Guateka und der kommunalen Indigenen Schule Tengatuí Marangatu. Auch andere Schulen der Gemeinde werden zur Teilnahme eingeladen. Wenn Kinder einen Baum in die Erde setzen, lernen sie mehr als Ökologie: Sie üben Verantwortung, erleben Selbstwirksamkeit und stärken ihre Verbindung zum eigenen Territorium.
Wenn Dourados pflanzt, läuft Frankfurt
Die Pflanzaktionen sind eingebettet in Solidaritätsveranstaltungen, die gemeinsam mit dem deutschen Partnerverein Tarahumara Fans e.V. aus Frankfurt am Main durchgeführt werden. Das Prinzip ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Wenn Dourados pflanzt, läuft Frankfurt. Zwei Kontinente, verbunden durch eine gemeinsame Überzeugung – dass Ressourcenschutz und internationale Solidarität zusammengehören.
Vier Termine geben dem Jahr seinen Rhythmus:
März Jahrestag des Projekts
Juni Umweltwoche
September Tag des Baumes
November Letzte Pflanzung des Jahres
Wo Bildung Wurzeln schlägt
Umweltbildung ist kein Begleitprogramm, sondern der zentrale und permanente Schwerpunkt des Projekts. Sie findet an den Pflanztagen ebenso statt wie in den anschließenden pädagogischen Aktivitäten: Kinder und Jugendliche lernen den Umgang mit natürlichen Ressourcen, erfahren die Grundlagen ökologischer Bodennutzung und begreifen, was Klimaanpassung im Alltag bedeutet.
An den kooperierenden Schulen arbeiten darüber hinaus Stipendiatinnen und Stipendiaten des Projekts direkt in der Baumschule, im Saatgutlager und bei der Wartung der Zisterne mit. Dieses praktische Lernen stärkt Eigeninitiative, fördert die Gleichstellung der Geschlechter im Zugang zu Bildung und Verantwortung – und zeigt jungen Menschen, dass Nachhaltigkeit kein Schulfach ist, sondern eine Haltung.