Ziel und Ansatz
Nascente Viva, „Lebendige Quelle“ ist ein Projekt zur sozialen und ökologischen Regeneration in der Gemeinde Jaguapirú-Bororó, im Indigenen-Reservat von Dourados, Mato Grosso do Sul. 2017 ins Leben gerufen, verfolgt es ein klares Hauptziel: eine nachhaltige und dauerhafte Wasserversorgung für die gesamte Gemeinde sicherzustellen – durch die Wiederherstellung von Quellen und Auwäldern. Der Ansatz ist dabei so umfassend wie die Probleme, die er adressiert.
Der Schwerpunkt liegt auf Klimaanpassung, dem Schutz und der Wiederherstellung der Biodiversität, dem Ressourcenschutz bedrohter Ökosysteme, dem Artenschutz entlang der Flussläufe sowie der konsequenten Förderung von Geschlechtergleichheit in allen Projektmaßnahmen. In seiner ersten Phase konzentriert sich das Projekt auf die Quelle des Baches Jaguapirú – dort, wo die Regeneration beginnt.
Zwei Grundsätze leiten die Arbeit
Umweltbildung und die aktive Beteiligung der Gemeinde und ihrer Schulen sind keine Begleitmaßnahmen, sondern Voraussetzung für den dauerhaften Erfolg des Projekts. Das Projekt ist überparteilich und konfessionslos – ohne politische oder religiöse Einflussnahme.
Nascente Viva wurde bisher mit vier ehrenvollen Erwähnungen ausgezeichnet. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Presse und Auszeichnungen.
Umweltbildung und Beteiligung der Gemeinschaft
Umweltbildung ist das Querschnittsthema von Nascente Viva. Die Schulen der Gemeinde bilden die Grundlage aller Maßnahmen und fungieren als zentrale Partner. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und das Projektteam beteiligen sich aktiv – vom Bau von Zisternen über die Einrichtung von Baumschulen bis hin zu Pflanzaktionen und ökologischer Überwachung.
Derzeit arbeitet das Projekt mit zwei Bildungseinrichtungen zusammen: der staatlichen interkulturellen Indigenen Schule Guateka, wo Zisterne und Baumschule eingerichtet sind, sowie der kommunalen Indigenen Schule Tengatuí Marangatu, wo sich das Saatgutlager befindet. Das Projekt wird von der Gemeinschaft sowie von traditionellen und gewählten Führungspersönlichkeiten anerkannt und getragen.
Was bisher erreicht wurde
Nascente Viva ist ein konsolidiertes Projekt. In den Jahren seines Bestehens wurden:
- mehr als 10.000 Bäume gepflanzt – ein konkreter Beitrag zu Klimaschutz und Artenschutz,
- eine Baumschule, ein Saatgutlager und eine Zisterne errichtet,
- das Flussbett des Jaguapirú renaturiert und
- grundlegende bauliche Maßnahmen an der Quelle des Jaguapirú durchgeführt.
Diese Erfolge zeigen, dass ökologische Bodennutzung und Ressourcenschutz auch unter schwierigsten Bedingungen möglich sind – wenn eine Gemeinschaft die Arbeit als ihre eigene begreift.
Wie alles begann
Das Projekt entstand 2017 als Reaktion auf die fortschreitende Verschlammung des Flusses Jaguapirú, die zu einer gravierenden Wasserknappheit in der Gemeinde geführt hatte. Von Beginn an wurde es in Zusammenarbeit mit indigenen Führungspersönlichkeiten, Universitäten, zivilgesellschaftlichen Organisationen und internationalen Partnern strukturiert.
Die wichtigsten Akteure der ersten Stunde
Lenir Paiva Flores Garcia
Initiatorin des Projekts und Präsidentin der Vereinigung indigener Frauen (AMID). Sie verantwortet die Zusammenarbeit mit der lokalen Gemeinschaft und steht beispielhaft für die Bedeutung von Frauen-Empowerment als tragende Kraft der Veränderung.
Zefa Lobschenko
Bundesuniversität Grande Dourados (UFGD) – verantwortlich für die Renaturierung und die Zusammenarbeit mit Umweltbehörden wie IBAMA und FUNAI.
Elen Mary Machado
Verein Tarahumara Fans e.V. (Frankfurt am Main) – verantwortlich für Verwaltung und Mittelbeschaffung.
Olácio Komori
Vereinigung der Biobauern von Mato Grosso do Sul (APOMS) – technische Projektleitung und Expertise in ökologischer Bodennutzung.
Aquiles Paulus
Institut Justitia – Rechtsanwalt und verantwortlich für die lokale Finanzverwaltung.
Seit Beginn wird das Projekt hauptsächlich vom Verein Tarahumara Fans e.V., einer gemeinnützigen Organisation aus Frankfurt am Main, verwaltet und gefördert. Weitere Informationen: www.runningfortheplanet.com
Von Dourados nach Frankfurt – und zurück
Die Internationalisierung von Nascente Viva begann in Deutschland. In Frankfurt organisierte der Partnerverein Tarahumara Fans e.V. den internationalen Startlauf des Projekts, an dem mehr als 300 Athletinnen und Athleten teilnahmen. Unter den Gästen waren Aquiles Paulus (Institut Justitia) sowie von der Bundesuniversität Grande Dourados die Prorektorin für Erweiterung, Dr. Juliana Carrijo, und die Koordinatorin Dr. Mara Massuy.
Ein Detail verriet den Geist des Projekts: Die Medaillen des Laufs waren indigene Halsketten, gefertigt von der Handwerkergruppe Guaté aus der Gemeinde Jaguapirú-Bororó – eine Würdigung der Kultur und der Arbeit jener Menschen, für die und mit denen das Projekt von Beginn an entsteht. Seitdem verbinden regelmäßige Solidaritätsaktionen Dourados und Frankfurt: Barfußläufe in Deutschland, Pflanzaktionen im Projektgebiet in Brasilien – zwei Kontinente, ein Ziel. Weitere Informationen finden Sie in der Zeitleiste des Projekts.
